Jazzschlager des Monats Februar 2016

Die Räuberballade – BULLY BUHLAN (1947)

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Bully Buhlan und Erwin Lehn – das war eine über Jahrzehnte währende musikalische und freundschaftliche Beziehung.
Sie begann, als Lehn das Radio Berlin Tanzorchester 1946 gemeinsam mit Horst Kudritzki von Michael Jary übernahm und sie endete erst mit Bullys Tod im Jahre 1982.
Erwin Lehn schrieb viele Schlager für Buhlan, aber ab und zu legte ihm der junge Berliner Sänger auch Eigenkompositionen mit der Bitte um Arrangements vor.
Ein solcher Fall ist “Die Räuberballade”, erschienen 1947. Erwin Lehn verfertigte ein Arrangement á la Tommy Dorsey und der damals gerade 25jährige Bully Buhlan legte sich ordentlich ins Zeug. Die “Räuberballade” wurde einer der wenigen echten deutschen Hits aus der Zeit vor der Währungsreform.
Da das RBTO nur im sowjetischen Sektor arbeiten durfte, fuhr Lehn für die Aufnahmesession mit einigen seiner Musiker in den US-Sektor. Als Orchesterbezeichnung steht so auf dem Etikett nur ein knappes “Tanzorchester, Ltg. Erwin Lehn”.
Überhaupt… die Sektorenfrage: “Die Räuberballade” wurde vom Musikverlag “Melodie (vormals Froboess & Schlag)” aus Berlin Pankow- Gottschalkstr. 27 verlegt, also von einem Unternehmen mit Sitz im sowjetischen Sektor.
Auf dem Original-Notenblatt steht aber auch, dass das Unternehmen mit der Lizenz Nr. 101 der französischen Militärregierung arbeitete.
Mysteriös…
Ein Jahrzehnt nach der Original-Einspielung nahm Bully Buhlan den Song als “Räuber-Rock” noch einmal auf.

Die Besucher der diesjährigen Januar-Tournee von Götz Alsmann mit der SWR Big Band freuten sich allabendlich über die Final-Nummer des Programms: “Die Räuberballade”.